Reifentests

Reifentests

Reifentests

Jedes Jahr erscheinen aufs neue diverse Sommerreifen-Test , an dessen Ende eine handvoll Produkte steht, welche - ausgezeichnet durch eine adäquate Note oder Bewertung - prädestiniert sind um abgefahrene oder zu alte Bereifung zu ersetzen.


Immer wieder wird dabei von einigen Seiten die Vermutung laut, dass die Platzierung nicht von der Qualität des Produkts, denn vielmehr von der Bekanntheit der Marken und dessen Auftreten in der Öffentlichkeit herrührt.


Ein Blick hinter die Kulissen dieser Test zeigt, dass nicht der Werbeetat des Unternehmens oder seine Marketingaktivitäten verantwortlich sind für die Platzierung , sondern vielmehr die Qualität der Konstruktion und Herstellung der Reifen, welche letztendlich mündet in einer hohen Gesamtqualität des Produktes.


Um diese These zu stützen muss zuerst einmal geschaut werden wie überhaupt ein solcher Reifentest von statten geht. Exemplarisch wird dies im Folgenden anhand des bekanntesten Reifentest , dem des allgemeinen Deutschen Automobil-Club ( ADAC) , einmal veranschaulicht.


Der ADAC Test beurteilt die Qualität der Reifen in insgesamt 5 verschiedenen Kategorien (Trocken , Nass , Geräusch / Komfort, Kraftstoffverbrauch, Verschleiß) dessen jeweilige Bewertung generiert wird durch einen nachvollziehbaren Testablauf.

Im Folgenden folgt ein Überblick über diese Kategorien und eine Skizzierung des jeweiligen Testablauf:


Trocken

Das Trockenhandling hat einen entscheidenden Einfluss auf die Platzierung des Reifen im Test und macht 1/5 ( 20 %) der Gesamtnote aus. Um das Testkriterium „Trocken“ quantitativ zu erfassen wurden die Hilfskriterien Fahrstabilität, Handling und Bremsen eingeführt.


Die Fahrstabilität wird durch einen standarisierten Fahrbahnwechsel, ähnlich dem bekannten „Elch-Test“, erfasst und bewertet. Reifen , welche diesen Lastwechsel ohne größeres Ausbrechen quittieren, bürgen für ein Höchstmaß an Sicherheit.


Das Handling wird durch Fahrtests auf einer Versuchsstrecke eines renommierten Reifenherstellers ermittelt. Hierbei wird die Seitenführung der Reifen , sowie die Neigung zum Unter- und Übersteuern ermittelt und bewertet. Der Fokus der Tester liegt hierbei auf einer gewissen Ausgewogenheit der Zielparamter, so dass der Reifen auch in Extremsituationen eine jederzeit vorhersehbare Rückmeldung über die vorliegenden Straßenverhältnisse gibt.


Ein entscheidender Faktor für das Erlangen einer guten Bewertung in der Kategorie Trocken ist das Bestehen des Bremstest. Hierbei wird das Testfahrzeug auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h beschleunigt und bis zum Stillstand abgebremst, der hierbei zurückgelegte Wert gilt als dann als Bewertungsgrundlage.


Um den Zufallsfaktor bei diesem Test auszublenden wird das Testfahrzeug an einem Schienensystem befestigt , so dass alle zu testenden Reifen auf der der selben Fahrbahn ihre Bremsperformance unter Beweis stellen müssen. Weiterhin wird der Test an drei verschiedenen Tagen mit jeweils 3 verschiedenen Reifensätzen der einzelnen Probanden durchgeführt um so auch das Qualitätskontinuum der Produkte zu berücksichtigen.


Nass

Auch bei den Tests für die Kategorie Nass werden die Hilfskriterien Fahrstabilität, Handling und Bremsen genutzt um eine Aussage über die Qualität des Reifen zu treffen. Die Tests für diese Kriterien sind dieselben wie für die Kategorie Trocken, nur dass die Tests nicht im sonnigen Italien sondern auf einer der modernsten Teststrecken im regnerischen Deutschland ausgeführt werden. Zu den bereits aufgeführten Hilfskriterien werden bei der Kategorie Nässe noch die Kriterien Aquaplaning in Längs- und Querrichtung als Bewertungsmaßstab zu Rate gezogen, um so eine ganzheitliche Aussage über die Eignung bei Nässe treffen zu können. Bei diesen Aquaplaning-Tests wird objektiv erfasst, wann ein Reifen anfängt „aufzuschwimmen“.


Unter Aufschwimmen oder Aquaplaning versteht man den Umstand , dass ein Reifenprofil aber einer gewissen Regenmenge nicht mehr fähig ist, das Wasser aus dem Profil abzuführen.Das Resultat ist dann , dass sich unter dem Reifen ein Keil aus Wasser bildet, welcher den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn mehr und mehr verringert, bis schließlich der Kontakt gänzlich abreißt und der Reifen lediglich noch auf dem Wasserkeil steht. Ein Lenken und Abbremsen wird in diesem Zusammenhang unmöglich. Aquaplaning stellt neben der schlechten Sicht die häufigste Ursache für Unfälle bei regnerischem Wetter dar.


Aufgrund der Tatsache, dass das Fahren bei Nässe ein größeres Gefahrenpotential aufweist als das Fahren auf trockener Fahrbahn , wird diese Kategorie auch in der Gesamtnote des jeweiligen Reifen stärker berücksichtigt (40 % der Gesamtnote) .


Geräusch/Komfort

Ein Kriterium , welches mehr und mehr in den Fokus der Reifenhersteller rückt sind die Geräuschemissionen ihrer Produkte. Reifen verursachen beim Kontakt mit der Straße ein Abrollgeräusch, welches zum einen in die Umwelt entweicht aber auch in die Fahrgastzelle. Ziel der Hersteller ist es dieses Abrollgeräusch zu minimieren, um so ein Höchstmaß an Komfort für die Fahrzeuginsassen zu bieten.


Sicherlich bestehen in diesem Zusammenhang auch Einschränkungen, da der Grip und das Abrollgeräusch in einem gewissen Zielkonflikt stehen. Die Gewichtung dieses Kriterium liegt bei den Tests des ADAC bei 10% der Gesamtnote.


Gemessen wird zum einen das Geräusch während der Fahrt im Fahrzeuginnern und zum anderen wird das Vorbeifahrgeräusch gemessen. Die so erlangten quantitativen Ergebnisse werden dann in Relation zueinander gesetzt und bewertet. Das Vorbeifahrgeräusch und das Innengeräusch gehen zu gleichen Teilen in diese Bewertung mit ein.


Kraftstoffverbrauch

Die ständig steigenden Kosten für fossile Brennstoffe zwingen nicht nur die Hersteller von Kraftfahrzeugen zu Innovationen hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs ihrer Modelle, sondern auch die Hersteller von Reifen.So ist z. B Michelin seit geraumer Zeit damit beschäftigt den Rollwiderstand seiner Produkte zu reduzieren um so den Kraftstoffverbrauch und damit auch gleichzeitig den CO2- Ausstoß zu verringern. Der Kraftstoffverbrauch wird ermittelt durch eine Fahrt auf einem Testgelände mit einem Referenzfahrzeug. Nachdem alle Reifen getestet und die jeweiligen Verbrauchswerte ermittelt wurden, werden diese in Relation zueinander gesetzt um anhand dieser Grundlage ein Bewertungssystem zu erstellen.


Der Kraftstoffverbrauch macht bei dem ADAC Test 10% der Gesamtnote aus und ist zusammen mit dem Verschleiß ein Indiz wie „ grün“ der Reifen ist.


Verschleiß

Für die Ermittlung des Verschleiß werden die verschiedenen Reifen auf einem Versuchsstand in einem Dauertest geprüft. Hierbei wird der Reifen eingespannt und läuft auf einer mit Asphalt umhüllten Rolle mehre tausend Kilometer. Durch das Erfassen der Ausgangsprofiltiefe und dem Vergleich mit der verbleibenden Profiltiefe nach dem Test kann eine Relation von Laufleistung und Abnutzung ermittelt werden , welche gemeinhin als Verschleiß bezeichnet wird.


Nach Betrachten der verschiedenen Testabläufe kann nun festgehalten werden, dass alle durchgeführten Tests nachvollziehbar und dementsprechend auch objektiv sind. Die publizierten Ergebnisse sind somit eine wertvolle Entscheidungshilfe für die Anschaffung von neuer Bereifung.


 

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