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Mindestprofiltiefe: Gesetzliche Richtwerte und Tipps zum Messen

Viele Autofahrer unterschätzen die Wichtigkeit der Mindestprofiltiefe. Zwar achten die meisten auf einen ausreichenden Reifendruck, die Profile bleiben jedoch oft unbeachtet. Dabei ist die Mindestprofiltiefe ein wichtiger Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr – für Sie selbst und auch für andere. Ganz nebenbei riskieren Sie durch Touren mit abgefahrenen Reifen auch noch empfindliche Bußgelder.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Rahmenwerte Gesetzgeber und Reifenexperten für die Mindestprofiltiefe vorgeben und wie Sie mit einfachen Methoden Ihr Profil im Blick behalten.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist die Mindestprofiltiefe?

Das Profil ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal jedes Fahrzeugreifens. Die systematischen Muster über die Lauffläche des Pneus hinweg – die Rillen, Kanäle, Einkerbungen, Profilblöcke und Lamellen – sorgen für sichere Haftung auf sämtlichen Untergründen. Vorrangige Aufgabe des Reifenprofils ist das Verdrängen und Ableiten von Wasser und Schnee, damit der Reifen jederzeit vollen Kontakt zur Fahrbahn behält. Bei Winterreifen wirken die tiefen Lamellen und Einschnitte in den Profilblöcken grob gesagt wie Finger, die sich in den Schnee eingraben und so für besseren Halt sorgen. Es liegt auf der Hand, dass die Sicherheit umso höher ist, je tiefer das Profil des Reifens ist. Nur mit ausreichendem Reifenprofil ist gewährleistet, dass Sie Ihren Wagen jederzeit sicher kontrollieren können.

Durch die Mindestprofiltiefe gibt der Gesetzgeber vor, ab wann die Reifen zwingend zu wechseln sind, um durch ein mangelndes Profil, sich oder andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. So weit sollten Sie es aber nicht kommen lassen.

Folgen abgefahrener Reifen

Das Risiko eines zu geringen Profils sollte nicht unterschätzt werden. Schon wenige Millimeter, die bei der Profiltiefe fehlen, führen zu einigen Metern Unterschied beim Bremsweg – schon bei trockener Fahrbahn. Denken Sie daran: im Zweifel kann es für Sie oder andere lebenswichtig werden, wo das Fahrzeug zum Stehen kommt. Tests des ACE (Autoclub Europa) haben ergeben, dass sich der Bremsweg eines Wagens mit 1,6 Millimetern Profiltiefe gegenüber einem Wagen mit neuen Reifen um ganze 40 Prozent (!) verlängern kann. Ein deutliches Sicherheitsrisiko.

Wer die Profiltiefe lange Zeit aus den Augen verliert und mit nahezu abgefahrenen Reifen mit einer fast ebenen Lauffläche unterwegs ist, erhöht die Unfallgefahr schon auf trockener Fahrbahn deutlich. Bei regennasser Fahrbahn oder Eisglätte finden die Reifen so gut wie keine Haftung mehr auf dem Untergrund. Aber auch in der warmen Jahreszeit können ein Sommerregen oder das erste nasse Herbstlaub zum Risikofaktor werden. Ist nur noch so wenig Profil vorhanden, dass größere Wassermengen, wie sie sich zum Beispiel bei Pfützen sammeln, nicht mehr vom Profil nach außen abgeleitet werden können, kann es zum gefürchteten Aquaplaning kommen. Der Wagen schwimmt auf und kann nicht mehr sicher kontrolliert werden. Auch die mangelnde Elastizität zu dünn gewordener Profilblöcke ist ein Grund für fehlende Reifenhaftung.

Gesetzliche Mindestprofiltiefe

In Deutschland und Österreich schreibt der Gesetzgeber aktuell eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, für Motorräder gilt 1,0 Millimeter. Das sind die absoluten Mindestwerte, bei denen die Reifen aber eigentlich schon gewechselt werden sollten. Kfz-Werkstätten und Autohändler empfehlen daher aus Gründen der Verkehrssicherheit, sich nicht zu strikt an diesen Vorgaben zu orientieren und besser mit einem Profil zwischen 3,0 und 4,0 Millimetern zu fahren. In Österreich sind Werte von 4,0 beziehungsweise 5,0 Millimetern bei radialer oder diagonaler Bauweise zumindest für Winterreifen vorgeschrieben, in Deutschland gibt es diese explizite Vorschrift nicht.

 

Mindestprofiltiefe-Reifen

 

Bei Missachtung der Mindestprofiltiefe, die beispielsweise bei Verkehrskontrollen aufgedeckt wird, sind in Deutschland und Österreich Bußgelder im hohen zweistelligen Eurobereich üblich, auch ein oder zwei Punkte im Verkehrsregister sind möglich. In anderen Nationen gelten abweichende Vorschriften für die Mindestprofiltiefe und andere Strafen bei ihrer Missachtung.

Tipps, um die Profiltiefe zu messen

Profiltiefe mit Münze bestimmen

 

Eine beliebte und einfache Möglichkeit zur Ermittlung einer ausreichenden Profiltiefe ist die Verwendung einer 1-Euro-Münze. Diese wird einfach in die Vertiefungen in der Mitte des Reifenprofils hineingesteckt. Verschwindet hierbei der Goldrand des Münzstücks mit seiner Breite von 3 Millimetern, liegt noch eine gute Profiltiefe vor. Sobald mehr als die Hälfte des Goldrandes zu sehen ist, darf der Reifen nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr gefahren werden.

 

 

 

 

Profiltiefe mit Lineal bestimmen

 

Um es noch genauer zu ermitteln, bietet sich die Lineal-Methode an. Hierbei stecken Sie einfach ein handelsübliches Lineal in die Vertiefungen des Profils und lesen den exakten Millimeterwert ab. Achtung: Manche Lineale haben noch einen zusätzlichen Rand, bevor die Messskala losgeht. Diese sind für die Profiltiefenmessung nicht geeignet!

Für wenige Euro lässt sich im Fachhandel ein professioneller Profiltiefenmesser erwerben, der den präzisesten Wert aller Messmethoden liefert. 

 

 

Wo wird die Mindestprofiltiefe gemessen?

Grundsätzlich in der Mitte der Lauffläche des Pneus, da diese zentrale Stelle den größten Abrieb verzeichnet. Falls nach der Münz-Methode Zweifel bestehen, ob die Profiltiefe noch ausreicht, wird jede Kfz-Werkstatt gerne eine schnelle Überprüfung mit dem Profiltiefenmesser durchführen.

Fazit

Eine ausreichende Profiltiefe sorgt für sicheres Fahren und reduziert das Risiko, sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen. Dank einfacher Messmethoden lässt sich binnen weniger Sekunden ermitteln, ob die vorhandene Profiltiefe von Sommer- und Winterreifen ausreicht oder neue Reifen angeschafft werden sollten.

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