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Wintertaugliche Alufelgen: Vorteile, Pflege und Tipps für den Winter

Das Auto darf auch in der grauen Jahreszeit glänzen: Denn immer mehr Leichtmetallräder sind wintertauglich.

Buntes Laub bedeckt die Straßen und eine Frostschicht die Windschutzscheibe: Winter is coming! Und wie jedes Jahr ab Oktober dreht sich bei Autofahrern und Werkstätten wieder alles um saisontaugliche Räder. Sind Stahlfelgen jetzt „Schnee von gestern“ und Leichtmetallräder zur neuen Norm für die kalte Jahreszeit avanciert?

Goodwheel gibt einen Überblick, was im Winter geht – und was sich Felgenfreunde lieber für den Sommer sparen sollten. Winterreifen auf Stahlfelgen sind zwar die klassische und immer auch eine vertretbare Lösung, doch längst nicht mehr die einzig Wahre. Denn weit mehr als zwei Drittel aller heute verfügbaren Alufelgen sind ebenso wintergeeignet.

Die Nutzung von Alufelgen im Winter passt außerdem sehr gut zur steigenden Popularität von Ganzjahresreifen: Moderne Allwetterreifen und winterfeste Alufelgen gehen Hand in Hand. Zusammen bieten sie Autofahrern Komfort, Kostenersparnis, Effizienz und eine ganzjährig attraktive Fahrzeugoptik.

Zeitgemäße Räder überholen veraltete Faustregeln

Wenn die kalte Jahreszeit einbricht, werden Winterreifen auf Stahlfelgen aufgezogen! – Das ist ein jahrzehntelang gelerntes Prinzip, an dem es erstmal nicht viel zu rütteln gibt. Wohl aber dürfen Autofahrer diesbezüglich ihren Horizont erweitern – und ihren Fahrzeugen auch bei schlechtem Wetter schöne Schuhe anziehen.

Nicht zuletzt geht dies auch auf die Automobilhersteller zurück, die ihre Fahrzeugmodelle schon ab Werk (OEM) immer stärker auf Leichtmetallräder trimmen – auch im Winter. Denn Alufelgen haben sich längst dementsprechend weiterentwickelt. Und das Auto, das einen bestimmten Markennamen und ein imageträchtiges Logo trägt, soll natürlich auch im winterlichen Straßenverkehr repräsentativ gut aussehen. Das geht mit Alufelgen eindeutig besser als mit Stahlrädern und Radkappen.

Alufelgen im Winter: Warum eigentlich nicht?

Der ursprüngliche Widerspruch zwischen Leichtmetallfelgen und der Wintersaison beruht auf dem Material Aluminium, seiner Verarbeitung und chemischen Eigenschaften. Das Leichtmetall ist nämlich anfällig für Weißrost, was bedeutet: Wenn Feuchtigkeit unmittelbar auf Alu trifft, beginnt die Oxidation des Leichtmetalls und steigert sich zur Korrosion. Wenn es auch Weißrost genannt wird, ist diese Oxidation kein Rost im klassischen Sinne und greift somit auch nicht direkt die Substanz der Felge an.

Was zunächst nur ein ästhetisches Problem ist, kann im fortgeschrittenen Stadium doch Auswirkungen auf die Funktionalität der Räder haben. Wirklich sicherheitsrelevant wird der Felgenfraß aber beispielsweise erst dann, wenn er am Felgenhorn besonders ausgeprägt auftritt und dazu führt, dass die Felge die Luft des Reifens nicht mehr zuverlässig halten kann.

Weißrost bei Alufelgen im Winter vermeiden

Ob Steinschlag, Split oder Bordsteinrempler: Gelangt Feuchtigkeit zum Aluminium durch, blüht es auf. Die Oxidation breitet sich aus und auch um die betroffene Stelle herum wird der Lack oder die Beschichtung der Felge immer weiter abgesprengt. Ein kleiner oberflächlicher Schaden am Lack kann so unter winterlichen Bedingungen über sich hinauswachsen und durch den Kontakt mit Streusalz maßgeblich beschleunigt werden.

Das weiße, salzartige Blühen ist übrigens auch am Nabendeckel zu beobachten, meist noch eher als an der Felge selbst. Die Zierkappe für das Mittelloch ist gemeinhin nicht so witterungsresistent hergestellt wie die Felge, denn die Abdeckungen sind einfacher und kostengünstiger ersetzt als das gesamte Rad. Eine korrodierte Radnabenabdeckung ist damit zwar nicht schön anzusehen, aber noch kein Indiz dafür, dass auch die Felge betroffen sein muss.

Beschädigte nicht winterfeste Alufelge mit Weißrost und Lackschäden

Wintertaugliche Alufelgen erkennen

Das erste Indiz dafür, ob eine Alufelge wintertauglich ist oder nicht, liegt in einer durchgehenden Lackhülle. Wenn von keiner Seite Wasser, Salz und Schmutz mit dem Leichtmetall in Verbindung treten kann, ist eine solche Felge in der Regel für den Winter geeignet. Wichtig dabei: Es sollten mehrere Schichten farbiger oder klarer Lack auf der Felge liegen, sodass die Beschichtung nicht schon bei kleinen Einwirkungen beschädigt wird. Bei Unsicherheiten können Werkstätten oder die Felgenhersteller Auskunft zur Wintertauglichkeit geben.

Im Goodwheel Onlineshop können wintergeeignete Felgen zur einfachen Identifikation mit nur einem Klick in den Filteroptionen von ungeeigneten Felgen unterschieden werden. Auch vor 20 oder 30 Jahren gab es schon Alufelgen, die den Winter überlebten, aber die Hersteller sind auf Zack und orientieren sich an den Bedürfnissen der Autofahrer. Damit sind heute deutlich mehr Leichtmetallräder verfügbar, die rund ums Jahr genutzt werden können, als reine Schönwetter-Felgen.

Dieser Trend der Felgenindustrie passt hervorragend zur wachsenden Nachfrage nach Allwetterreifen, die sich in weniger als einer Dekade rapide weiterentwickelt haben. Das hohe Interesse an All-Season-Pneus spiegelt auch eine europaweite Studie des Reifenherstellers Apollo Tires wider. Demnach sind 64 Prozent der Deutschen grundsätzlich aufgeschlossen für Ganzjahresreifen. In anderen europäischen Ländern ist das Interesse sogar noch größer, Spanien führt die Umfrage mit 82 Prozent an.

Filteroption für wintergeeignete Alufelgen im Goodwheel Onlineshop

Welche Alufelgen besser nicht im Winter genutzt werden sollten

Welche Alus können mit Nässe, Frost und Salz nicht umgehen? Auch hier gibt es einige augenscheinliche Anhaltspunkte: Meistens handelt es sich um spezielle Modelle mit extravagantem Design oder um besonders hochwertige, oft mehrteilige Tuning-Felgen und Schmiederäder. Vor allem die Oberflächenbeschaffenheit spielt hierbei eine Rolle. Mitunter sind polierte, gebürstete oder hochglanzveredelte Felgenoberflächen sehr empfindlich gegen den Winterstress.

Vergleich zwischen winterfester und nicht winterfester Alufelge

Auch die genannten Beispiele sind häufig lackiert oder beschichtet, für eine bessere Optik aber nur sehr dünn und damit deutlich anfälliger für Beschädigungen als wintergeeignete Exemplare. Oft zählen auch Felgen mit kombinierter Oberflächenoptik (z. B. schwarz lackiert und silber gebürstet) zur wintergefährdeten Art.

Felgen wie diese werden meist aufwendig hergestellt und bewegen sich auch preislich im Premiumsegment. Im Gegensatz zum Alpine Symbol für Reifen sind Verbraucher zwar nicht dazu verpflichtet, im Winter wintertaugliche Felgen zu fahren, aber es drohen kostspielige Fehler. So sind die Felgen vielleicht schön anzusehen, aber umso ärgerlicher, wenn sie bereits nach wenigen Wintermonaten durch Salz und Schmutz stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Stahlfelgen oder Alufelgen im Winter: Was ist besser für wen?

In erster Linie ist die Entscheidung über Stahl- oder Alufelgen im Winter eine Frage der Ästhetik. Vor längerer Zeit stand unter Autofahrern oft noch die Pragmatik im Vordergrund: Stahlfelgen sind robust, beständig gegen winterliche Einflüsse und sie benötigen wenig Pflege. Zwar können die Räder aus Stahl oberflächlichen Rost ansetzen, ihrer Substanz tut das aber nichts zuleide.

Alufelgen können (neben ihrem schöneren Design) aufgrund ihres geringeren Gewichts eine bessere Fahrdynamik bieten. Viele moderne Autos sind auf den Betrieb mit Alufelgen ausgelegt, sodass passende Stahlfelgen gar nicht verfügbar oder für ein bestimmtes Fahrzeugmodell nicht zugelassen werden.

Vergleich von Alufelgen und Stahlfelgen für den Winter

Hinzu kommt der Trend der Ganzjahresreifen: Wenn nur ein Satz Kompletträder für das ganze Jahr angeschafft werden muss, nehmen viele Autofahrer gerne etwas mehr Geld in die Hand und investieren in diesem Fall in Leichtmetallräder. Auch, weil sie zumindest nicht im Sommer auf Stahlfelgen unterwegs sein möchten.

Fazit: Leichtmetall ist eine leichte Wahl – unter gewissen Bedingungen

Neben dem rein optischen Aspekt sollte die Entscheidung zwischen Stahl- und Alufelgen im Winter auch nach pragmatischen und ökonomischen Gesichtspunkten gefällt werden. Eine anschauliche Gegenüberstellung verdeutlicht dies: Du investierst klassisch in 8-fach Bereifung mit 4 Sommerreifen auf 4 Alufelgen sowie 4 Winterreifen auf 4 Stahlfelgen. Hinzu kommt 2x jährlich der (finanzielle und) zeitliche Aufwand für den Wechsel der Saisonbereifung, entweder in der Werkstatt oder in Eigenregie.

Demgegenüber bietet sich heute unter entsprechenden Umständen die Möglichkeit, 4 Ganzjahresreifen auf 4 Alufelgen über 365 Tage hinweg zu nutzen – ohne regelmäßige Radwechsel im Oktober und zu Ostern. Aber wo ist das „Aber“? Ganzjahresreifen haben zwar eine beispiellose Progression hingelegt, können aber nicht immer mit den spezifischen Kälte- und Glättekompetenzen reiner Winterreifen mithalten.

Vor allem in bergigen Regionen mit viel Steigung und Gefälle sowie hoher Schneewahrscheinlichkeit sollte an Winterreifen nicht gespart werden. Auch die Nutzung des Fahrzeugs (z. B. Stadtauto, gewerblich, Außendienst, Baustellenfahrzeug, Forst-/Landwirtschaft) sollte maßgeblich darüber entscheiden, wann Alu-Ganzjahresräder guten Gewissens eingesetzt werden können und ab wann du mit Winterreifen auf Stahl (oder Leichtmetall) einfach besser fährst.

Wintertaugliches Komplettrad mit Alufelge im Schnee

Autorenhinweis

Geschrieben von Pierre Bonse

Portrait von Pierre Bonse, freier Texter und Fachredakteur der Goodwheel Themengarage

Freier Texter & Fachredakteur

Pierre Bonse schreibt für die Goodwheel Themengarage über Reifen, Räder, Fahrzeugtechnik und Mobilität. Seine Beiträge verbinden sorgfältige Recherche mit verständlichen Erklärungen und praktischen Tipps rund um Reifenkauf, Fahrzeugpflege und Sicherheit.

Schwerpunkte: Reifen-ABC, Reifen & Felgen, Reifentests, Kfz-Wissen

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